Tiny House – Enjoy the tiny Thinks

Seit einigen Jahren findest Du immer öfter Berichte über Tiny Häuser, egal ob in der Zeitung, im Radio, Fernsehen oder im Internet. Die Fangemeinde dieser kleinen Häuser wird immer größer. Viele Menschen träumen von einem eigenen Tiny House, egal ob für eine, zwei oder sogar drei und vier Personen.
Zahlreiche verwirklichte Tiny House Projekte zeigen, dass es gar nicht so schwer ist, seinen Traum wahr werden zu lassen.

Wir haben für Dich viele interessante Informationen rund um das Tiny House zusammengestellt. Diese können Dir einen Einblick in das wunderbare Leben und Wohnen in diesem Haus geben. Solltest Du daraufhin Lust bekommen, ein eigenes Tiny House planen und bauen zu wollen, so findest du bei uns alles was du benötigst um dein Ziel zu erreichen.

Was ist ein Tiny House?

Stell Dir vor, Du wirst von einem alten Schulfreund, Arbeitskollegen oder anderen netten Bekannten zu einem Abendessen in sein/ihr neues Haus eingeladen. Mit einem schönen Geschenk bewaffnet, machst Du Dich auf den Weg und stehst plötzlich vor diesem Haus – einem wunderhübschen Holzhaus in Kleinformat mit überdachter Terrasse, eingebettet in einen romantischen kleinen Garten.

Zunächst bist Du etwas verwundert, doch schon bald wird Dir der Sinn hinter diesen vier Wänden klar. Hier lebt es sich frei von überflüssigem Hab und Gut und doch ist alles Notwendige vorhanden. Dein Gastgeber kann sich vollkommen auf Dich und Deinen Besuch konzentrieren, denn auch beim Gang zum Teekochen oder Bierholen könnt ihr euch weiterhin unterhalten und verliert den Gesprächsfaden nicht.

Wird es dunkel, könnten Kerzen das Innere des Hauses gemütlich anstrahlen und ganz nebenbei wohlige Wärme ins Tiny House abgeben. Mittlerweile bist Du so neugierig geworden, dass Du Dir all die Einzelheiten zu diesem Haus erzählen und zeigen lässt. Dabei stellst Du fest, dass ein Tiny House all das bieten kann, was ein konventionelles Haus auch hat. Es ist alles eben nur ein bisschen kleiner und minimalistischer.

Die Idee der Tiny Houses wurde aus den USA importiert. In einem Tiny House befinden sich in der Regel alle Komponenten eines herkömmlichen Hauses, wie Bad, Küche, Schlafbereich, Wohnzimmer und Flur. All dies ist optimiert „verpackt“, denn die meisten Tiny Häuser haben lediglich eine Grundfläche zwischen 9 m² und 15 m². Viele Tiny Houses befinden sich auf einem Anhänger, so dass man das eigene Haus bei jedem Umzug einfach mitnehmen kann.

Ein Tiny House ist Zuhause und Heimat für jene, die sich auf das Wesentliche im Leben konzentrieren, das intensive und interaktive Leben mit anderen Menschen genießen sowie im Einklang mit der Natur leben möchten.

Wer sind Tiny House Besitzer?

Du fragst Dich vielleicht, wer freiwillig in einem Minihaus wohnen möchte? Oder Du gehörst bereits zu der Fangemeinde von Tiny Häusern und möchtest wissen, ob Du in diese Gruppe hinein passen könntest?

Wir können Dir sagen, dass Tiny House-Besitzer eine ganz sympathische Mischung aus besonderen Menschen ist. Dazu zählen zunächst die Visionäre, Pioniergeister und Abenteurer, die vor allen anderen das Leben in einem Tiny House getestet haben. Viele von ihnen haben sich im Leben mit all den vermeintlich wichtigen, und hierbei besonders den materiellen Dingen nicht wohlgefühlt.

Für sie bedeutet das Leben auf engstem Raum in keinerlei Hinsicht Einschränkung. Sie haben den für sie unnötigen Ballast abgeworfen und leben nun minimalistisch.
Menschen, die ihre Freiheit lieben, fühlen sich ebenso wohl in diesen Häusern, die oftmals auf einen Anhänger gebaut sind. Die „Zelte“ können an einem Ort ganz schnell abgebaut und woanders wieder neu aufgebaut werden. Das Abenteuer Leben mit seinen vielen Facetten kann in einem rollenden Haus ganz intensiv gestaltet und genossen werden.
Wer über ein Tiny House nachdenkt, macht sich oft Gedanken über den Sinn des Lebens und wie es auch für die kommenden Generationen wertvoll gestaltet werden kann. Hier spielt der Umweltschutz einhergehend mit dem persönlichen ökologischen Fußabdruck eine wichtige Rolle. Selbstredend haben Tiny Häuser eine sehr gute Ökobilanz. Sie sind nicht nur Energiesparhäuser. Tiny Häuser auf Anhängern versiegeln auch keine Flächen. Wer von den natürlichen Gegebenheiten profitieren möchte, sich Sonnenkollektoren oder Windräder aufs Haus baut, kann sogar völlig autark und sehr umweltbewusst leben.
Natürlich gibt es auch die Gruppe Häuslebauer, die mit einem kleinen Budget zurechtkommen müssen und trotzdem ein eigenes Haus besitzen möchten. In vielen Fällen sind diese Bauherren junge Leute mit vielen Ideen für die Zukunft. Vielleicht ist das Tiny House nur eine kurze Station, doch hier können sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und den Augenblick vollkommen wahrnehmen, um sich neue Ziele setzen und Projekte angehen zu können.

Dem Charme eines Tiny Hauses erliegen zum Beispiel Visionäre, Pioniergeister, Abenteurer, Umweltschützer, Naturliebhaber, Minimalisten, Freiheitsliebende, Freidenker, Kinder und Naturburschen.

Die Tiny House Bewegung in Deutschland

Ihren Ursprung hat die Tiny House Bewegung, auch Tiny House Movement genannt, in den USA. Begründer Jay Shafer baut seit 1999 Tiny Houses. Als er 2009 begann, die dazugehörigen Baupläne zu verkaufen, ging, zusätzlich ausgelöst durch die Immobilienkrise, ein Boom durch das Land. Viele Menschen zimmerten sich ihr eigenes Tiny House zusammen, um preiswert, ökologisch durchdacht und doch in den eigenen vier Wänden leben zu können.
Von der Idee waren auch Menschen anderer Nationen derart begeistert, dass man heute in vielen Ländern Minihäuser mit und ohne Räder bestaunen kann. Vorreiter in Europa sind auf diesem Gebiet die Portugiesen. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile zahlreiche Tiny Häuser, die zum Teil auf Internetseiten, in Fernsehreportagen oder in Zeitschriften vorgestellt werden. Auch im Buchhandel sind erste Veröffentlichungen über Tiny Häuser erhältlich.

Tipp: Wenn Du gern einmal ein Tiny House von außen und innen besichtigen möchtest, kannst Du Dich auf den Internetseiten einiger Tiny House-Firmen informieren, wann es Tage der offenen Tür gibt. In größeren Städten können hin und wieder auch bewohnte Tiny Häuser in Augenschein genommen werden.

Wie kannst Du Dir das Leben auf wenigen Quadratmetern vorstellen?

Betrittst Du ein Tiny House wie etwa in der am Anfang beschriebenen Szene, wirst Du überrascht sein, welche Wohlfühl-Atmosphäre in einem dieser Häuser stecken kann. Durch die Verarbeitung von Holz als Naturmaterial entwickelt sich neben dem angenehmen Geruch ein naturnahes Raumklima mit optimaler Luftfeuchtigkeit. Im Vergleich zu einem Haus aus Stein oder Beton kannst Du in diesem kleinen Haus wunderbar atmen und Dich frei fühlen.
In den Tiny Häusern gibt es vielfach fließende Übergänge der einzelnen Wohnbereiche. So ist die kleine Küche zum Teil auch Essbereich und geht in das Wohnzimmer über. Lediglich das Bad, bestehend aus Toilette, Waschbecken und vielfach auch Dusche, ist in den meisten Fällen durch eine abschließbare Tür vom restlichen Bereich getrennt. Manchmal ist im Wohnraum das Schlafzimmer integriert, manchmal ist der Schlafbereich durch eine kleine Treppe im oberen Stock des Tiny Hauses untergebracht.
In jedem Fall ist ein Tiny House ein kleines Raumwunder. Durch ausgeklügelte Systeme von Staubereichen passt in ein solches Haus das Notwendigste hinein und kann trotzdem gemütlich und heimelig eingerichtet werden. Mittlerweile gibt es viele Ideen und intelligente Lösungen zur Lagerung seines Hausrats und der Kleidung in einem Tiny House, die im Internet, in Blogs oder Foren vorgestellt werden.
Die Küche eines Tiny Hauses kann ebenso wie die Küche eines herkömmlichen Hauses mit Herd, Kühlschrank, Spüle und Elektrogeräten, wie einer Kaffeemaschine oder einem Toaster, bestückt werden. Beim Umfang der Ausstattung kommt es stets auf die Vorlieben der Bewohner und die Freude am Leben ohne viel Schnörkel an.
Die Konstruktion eines Tiny Hauses sieht entsprechend der heutigen Wohnstandards auch verschiedene Anschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser oder Gas vor. Selbstverständlich sind auch Lösungen für Telefon, Radio, Fernsehen und/oder Internet möglich. Viele Tiny House-Besitzer leben zunächst mit diesen Anschlüssen, stellen aber nach und nach auf eine autarke Nutzung des Hauses um.
Viele Menschen fragen sich, ob man sich in einem Tiny House nicht zu sehr auf den Wecker gehen kann. Das sehen Tiny House-Besitzer nicht ganz so. Immerhin sind viele Bewohner berufstätig und deshalb auch tagsüber unterwegs. Die gemeinsame Zeit am Abend kann intensiver genutzt werden als in großen Häusern, wo man sich leichter aus dem Weg gehen kann. Wer ein Tiny House bauen möchte, sucht gerade diese zwischenmenschlichen Beziehungen, die im Alltag viel zu leicht untergehen. Sollte dennoch einmal Freiraum für jeden Einzelnen notwendig werden, so haben sich Tiny House-Bewohner ähnlich anderen Menschen derartig eingerichtet, dass es kleine Orte zum Zurückziehen gibt.
Wie sieht es nun aber mit Besuch aus? Kann man als Besitzer eines Tiny Hauses keine Freunde oder Familienmitglieder mehr zu sich nach Hause einladen? Hier ist ein bisschen Improvisationstalent gefragt. Mit ein paar Handgriffen lassen sich Bereiche im Haus so umgestalten, dass Besucher jederzeit willkommen sind. Bewohner von Tiny Häusern haben dies vielleicht schon in der Planungsphase bedacht und ein paar mehr Kissen, Klappstühle, Sitzwürfel mit integriertem Stauraum oder ähnliches angeschafft, die sie optimal im Haus verstaut haben. Und wie heißt es im Volksmund so schön? Platz ist in der kleinsten Hütte.
Zusammengefasst wird eines ganz deutlich: Wer in einem Tiny House wohnt, möchte minimalistisch leben, braucht ein paar clevere Ideen zum Verstauen seines Hab und Gutes, ein bisschen Improvisationstalent, eine gute Organisation und den Mut, sich auf Neues einzulassen und auszuprobieren.

Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde. Das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause. Demokrit